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Ratgeber

Abfluss stinkt: Diese Ursachen stecken meist dahinter

Wenn der Abfluss stinkt, gibt es mehrere mögliche Ursachen. Wir erklären, wie Sie sie unterscheiden und was dagegen hilft.

Abfluss stinkt

Ein unangenehmer Geruch aus dem Abfluss ist eines der häufigsten Probleme im Haushalt. Die Ursache lässt sich meist eingrenzen, wenn man weiß, worauf zu achten ist. Nicht jeder Fall erfordert gleich einen Fachbetrieb – manche Ursachen lassen sich einfach erklären, andere deuten auf ein technisches Problem in der Abwasseranlage hin, das eine genaue Diagnose erfordert.

Trockener Geruchsverschluss (Siphon) als häufigste Ursache

Jeder Abfluss ist mit einem Geruchsverschluss, auch Siphon genannt, ausgestattet. Dieser gebogene Teil der Leitung hält immer eine kleine Menge Wasser zurück, üblicherweise einige Zentimeter Wassersäule, und verhindert so, dass Kanalgase in den Wohnraum aufsteigen. Wird ein Abfluss längere Zeit nicht benutzt – etwa in der Gästetoilette, im Kellerausguss, bei einem Bodenablauf in der Waschküche oder bei einem Reserve-WC im Urlaub – verdunstet dieses Wasser innerhalb von wenigen Wochen vollständig. Die Folge: Gerüche aus der Kanalisation steigen ungehindert auf, oft begleitet von einem stechenden, schwefelartigen Geruch.

Die Lösung ist in diesem Fall einfach: Wasser nachfüllen und den Abfluss regelmäßig, etwa einmal pro Woche, kurz laufen lassen. Bei Bodenabläufen mit Geruchsverschluss nach DIN EN 1253 empfiehlt sich zusätzlich die Kontrolle, ob die Siphoneinsätze noch korrekt sitzen, da lose oder herausgenommene Einsätze denselben Effekt wie ein trockener Siphon haben.

Ablagerungen und Biofilm im Abflussrohr

Eine weitere häufige Ursache sind Ablagerungen aus Fett, Haaren, Seifenresten und Speiseresten. Diese setzen sich an der Rohrinnenwand ab, verengen mit der Zeit den Querschnitt gängiger Abflussrohre von DN 40 bis DN 100 und bilden einen sogenannten Biofilm, in dem sich Bakterien vermehren und Fäulnisgerüche entstehen. Besonders betroffen sind Küchenabflüsse, in die regelmäßig Fett aus Pfannen und Töpfen gelangt und dort im Rohr erstarrt, sowie Badabflüsse mit Haaransammlungen, die sich am Siphonboden oder an der ersten Rohrkrümmung verfangen.

Erste Abhilfe schafft oft eine mechanische Reinigung mit einer Rohrspirale, die Ablagerungen im sichtbaren Nahbereich löst und entfernt. Bei hartnäckigen oder wiederkehrenden Verstopfungen, insbesondere in längeren Grundleitungen oder Sammelleitungen mit mehreren Metern Länge, ist eine Hochdruckspülung (HD-Spülung) durch eine Fachkraft sinnvoll. Dabei wird mit Druck von bis zu mehreren hundert bar und rotierenden Düsenköpfen auch festsitzender Biofilm gründlich von der Rohrwand entfernt, ohne das Rohrmaterial aus PVC, Guss oder Steinzeug zu beschädigen.

  • Küchenabfluss: Fettablagerungen als typische Ursache
  • Duschabfluss: Haare und Seifenreste als Biofilm-Nährboden
  • Regelmäßige Reinigung beugt neuen Ablagerungen vor
  • Chemische Rohrreiniger nur mit Vorsicht und in Maßen verwenden

Defekte Rückstauklappe als Ursache für Kanalgeruch

In Gebäuden, deren Abwasserleitungen unterhalb der Rückstauebene liegen – typischerweise Kellerräume und tiefer liegende Geschosse – ist häufig eine Rückstauklappe verbaut. Sie verhindert laut DIN EN 12056, dass bei Starkregen oder überlasteter Kanalisation Abwasser zurück ins Gebäude drückt. Ist die Klappe defekt, verschmutzt durch Ablagerungen im Klappenmechanismus oder schließt aufgrund eines verschlissenen Dichtgummis nicht mehr richtig, können Gerüche aus dem öffentlichen Kanalnetz ungehindert ins Haus gelangen – oft verbunden mit einem muffigen, fauligen Geruch, der sich nicht durch Reinigung des Abflusses beheben lässt und meist im Bereich des Bodenablaufs oder der Rückstausicherung selbst am stärksten wahrnehmbar ist.

Eine Rückstauklappe sollte laut Herstellervorgaben regelmäßig, meist halbjährlich, gewartet werden, da sich Schmutzpartikel und Fasern im Klappenmechanismus festsetzen können. Ist die Klappe beschädigt oder stark verschlissen, ist ein Austausch durch eine Fachkraft erforderlich. Ein Eigeneingriff an der Rückstausicherung ist nicht empfehlenswert, da hier sowohl abwassertechnische als auch bauliche Vorschriften zu beachten sind und eine fehlerhafte Montage im Ernstfall zu einem Wasserschaden durch Rückstau führen kann.

Fehlende oder gestörte Belüftung des Fallrohrs

Abwasseranlagen benötigen laut DIN 1986-100 eine funktionierende Belüftung, meist über das Fallrohr, das über Dach entlüftet wird und dort mit einer Lüftungshaube oder einem offenen Rohrende abschließt. Ist diese Belüftung gestört – etwa durch Laub- oder Moosverstopfung im Lüftungskopf, Vogelnester im Lüftungsrohr, Vereisung im Winter oder einen fehlerhaften Einbau bei nachträglichen Umbauten – kann es zu Unterdruck im Leitungssystem kommen. Dieser Unterdruck saugt das Wasser aus den Geruchsverschlüssen der angeschlossenen Abflüsse regelrecht heraus, sodass Gerüche ungehindert eindringen können, obwohl der Siphon eigentlich korrekt gefüllt sein sollte.

Ein Hinweis auf dieses Problem sind gluckernde oder schmatzende Geräusche beim Ablaufen von Wasser, kombiniert mit wiederkehrendem Geruch trotz gefüllter Siphons, oft an mehreren Abflüssen im selben Steigstrang gleichzeitig. Die Überprüfung der Fallrohrbelüftung erfordert meist eine Kanalkamera-Befahrung (TV-Befahrung), um Verengungen, Fremdkörper oder bauliche Mängel im Leitungsverlauf sichtbar zu machen, da das Fallrohr oft über mehrere Stockwerke verläuft und nicht frei zugänglich ist.

Wann sollte eine Fachkraft hinzugezogen werden?

Lässt sich der Geruch nicht durch Nachfüllen des Siphons oder eine einfache Reinigung mit Rohrspirale beheben, deutet dies meist auf ein tiefer liegendes Problem hin. Auch bei Verdacht auf eine defekte Rückstauklappe oder gestörte Fallrohrbelüftung ist fachliche Diagnose notwendig, da hier bauliche und sicherheitsrelevante Aspekte betroffen sind, die über Laienmaßnahmen hinausgehen. Über Rohrreinigung Eberhardt wird der Kontakt zu einer qualifizierten Fachkraft vor Ort hergestellt, die die Ursache mittels Kanalkamera eingrenzt und passende Maßnahmen wie Hochdruckspülung, Austausch defekter Bauteile oder Instandsetzung der Fallrohrbelüftung einleitet. Bei akutem Handlungsbedarf, etwa starkem Geruch verbunden mit Rückstau, erreichen Sie den Notdienst rund um die Uhr unter 0151 61081662.

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Häufige Fragen

Was Anrufer uns oft fragen

Warum riecht der Abfluss, obwohl er regelmäßig benutzt wird?

Meist sind Ablagerungen wie Fett oder Haare die Ursache, die einen geruchsbildenden Biofilm im Rohr bilden.

Wie erkenne ich, ob die Rückstauklappe defekt ist?

Anhaltender Kanalgeruch trotz sauberer Abflüsse deutet oft auf eine defekte Rückstauklappe hin, die fachlich geprüft werden sollte.

Kann ich den Geruchsverschluss selbst wieder auffüllen?

Ja, einfach Wasser nachfüllen und den Abfluss künftig regelmäßig kurz laufen lassen.

Was hat die Fallrohrbelüftung mit Geruch im Bad zu tun?

Eine gestörte Fallrohrbelüftung kann Unterdruck erzeugen, der Wasser aus dem Siphon zieht und so Geruch verursacht.

Wann ist eine Kanalkamera-Befahrung sinnvoll?

Wenn einfache Maßnahmen nicht helfen, zeigt eine Kanalkamera-Befahrung die genaue Ursache im Rohrverlauf.

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